Neue Muster für Benzinpreise im Verlauf des Tages an deutschen Tankstellen

Quelle: obs/ADAC-Grafik

 

Früher war der Ratschlag für Autofahrer in Deutschland einfach: eher abends tanken, weil es billiger ist als am Morgen. Eine aktuelle Analyse des ADAC zeigt aber nun, dass sich Benzinpreise im Verlauf des Tages mittlerweile zum Teil stark ändern. In der Nacht wird Treibstoff am teuersten. Früher war die Regel, dass die Preise vom frühen Morgen bis zum späten Abend hin sinken. Mittlerweile wird dieses Muster durch zwei Preisspitzen unterbrochen.

Der erste Anstieg ist ab 12 Uhr zu erkennen und erreicht um 13 Uhr den Höhepunkt. Die Preise sinken bis 15 Uhr auf das ursprüngliche Niveau und sogar noch weiter. Die zweite Preisspitze beginnt ab 17 Uhr und erreicht zwischen 17 und 18 Uhr das Maximum. Daraufhin lässt der Preis wieder auf das frühere Niveau nach.

Demnach ist die vorteilhafteste Zeit zum Tanken zwischen 21 und 22 Uhr. Für Pendler und Vielfahrer ist aber immer noch die Zeit zwischen 16 und 22 Uhr zu empfehlen. In der Nacht zwischen zwei und fünf Uhr ist am Zapfhahn am teuersten.

Benzinpreise bleiben stabil

Quelle: „obs/ADAC Grafik“

 

Laut ADAC sind die Benzinpreise in Deutschland im Moment stabil und im Vergleich zur Vorwoche sogar ein bisschen günstiger geworden. Der Liter Super E10 kostet damit im Schnitt 1,353 EUR und Diesel 1,183 EUR.

Das bestätigt auch die Einschätzung von Wolfgang Langhoff, Vorstandschef des Aral-Mutterkonzerns BP Europa SE. Er geht mittelfristig von stabilen Ölpreisen aus. Und damit sei auch die Zeit der Rekord-Preise an der Tankstelle fürs Erste vorüber. Er nennt einen Preis innerhalb des nächsten Jahres zwischen 1,30 EUR und 1,60 EUR für realistisch.

Die Grundlage für diese Einschätzung ist die Politik der USA unter Donald Trump, die zu einem Preisrückgang führen könne. Da die USA stärker auf heimische Vorkommen zurückgreifen, kommt es in anderen Förderländern zu Überkapazitäten. In Folge fällt der Ölpreis.

Grüne in Deutschland verlangen das Ende für Benzin- und Diesel-Autos

Die Grünen wollen, dass ab 2030 keine PKWs mit Verbrennungsmotor mehr gestattet werden. Damit soll die Elektromobilität vorangebracht werden. Die Grünen erwarten, dass „immer mehr Autos weltweit eine der größten Bedrohungen für das Klima und für die menschliche Gesundheit“ sind. Eine dringende „Verkehrswende“ sei auch im Sinne der Industrie, die sich mit dem Festhalten am Verbrennungsmotor in eine Sackgasse bugsiert hat. Die Affäre um gefälschte Diesel-Abgaswerte müsse ein „Weckruf“ sein. Es solle zügiger auf Elektroantriebe umgestellt werden.

Die Grünen-Bundesvorsitzende meint, dass der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell und der Umstieg auf klimafreundliche Elektromobilität überfällig sei. Unvermeidlich sei grundsätzlich eine grundlegende Neuausrichtung der Verkehrspolitik und eine Verlagerung des Güter- und Luftverkehrs auf die Bahn. Ebenso soll die Lkw-Maut auf das ganze Straßennetz ausgedehnt werden.

Anton Hofreiter, Vorsitzender der grünen Bundestagsfraktion, zeigt im Welt-Interview Verständnis dafür, dass derzeite Elektroautos bezüglich Preis und Reichweite noch nicht mit Benzin- und Dieselautos mithalten: „Wir brauchen mehr Forschung. Wir brauchen bessere Modelle. Wir brauchen mehr Druck in die Richtung, dass die Leute nicht bereit sind unendlich viel Geld auszugeben für ein Fahrzeug, das nach 200 km stehen bleibt.“ Ziel sei es nicht nur die Umwelt zu schützen, sondern auch die deutsche Fahrzeugindustrie zukunftsfit zu machen, um nicht über zu bleiben.

Benzinpreise ziehen wieder an

Billig tanken wird wieder schwieriger, da die Preise für Benzin wieder wieder steigen. Durchschnittlich kostete in Deutschland vor ein paar Wochen ein Liter Benzin um die 1,20 €, jetzt sind es wieder 1,30 €. Und es wird vermutlich auch so bleiben, weil die Rohölpreise wieder anziehen. Die Verteuerung hat ein paar Ursachen. Bedeutsam ist der Preis an den Produktmärkten. Der hat seit Februar um 13 Cent je Liter spürbar angezogen. In Verbindung mit einem vergleichsweise schwachen Euro bedeutet das einen höheren Einkaufspreis. Und den geben die Tankstellenbetreiber an den Kunden weiter.

Ein Barrel Rohöl kostete im Jänner nur 30,- Dollar. Der Preis erhöhte sich nachdem sich das Ölkartell Anfang Juni getroffen hatte, wo der Preis auf nahezu 50,- Dollar gestiegen war. Der relativ hohe Preis wird durch verringerte Lieferungen aus Nigeria gestützt, wo Milizen angedroht hatten die Ölproduktion komplett zu stoppen. Trotzdem sind solche Ausfälle aber gut zu verkraften, weil es seit knapp zwei Jahren ein Überangebot gibt. Der Ölverbrauch der USA war 2015 ebenfalls unter der Erwartung, womit ein Überangebot bestehen blieb. Experten rechnen mit stabilen Preisen am Markt. Für Autofahrer bedeutet das, dass die Preise für Sprit bis Jahresende aller Voraussicht nach gleich hoch bleiben werden.